Max macht Oper und verbindet

Grundschüler und Gymnasiasten gestalten „Lebendige Bilder“

Kreissägenlärm, Spraydosengeklapper und Papierrascheln hallten durch die Flure, Elfen wuselten durch die Gänge und feine Damen schritten im Reifrock die Treppen hinunter. Die Grundschule Hanoier Straße erinnerte an den Backstage-Bereich eines renommierten Theaters. Der Grund für das Spektakel: Das Projekt „Lebendige Bilder – Eine Begegnung“, bei dem sich im Rahmen von „Max macht Oper“ Schüler aus zwei Schulen des Stadtviertels Silberhöhe näher kennenlernten. In der Welt der Oper trafen sich eine zweite Klasse der Grundschule Hanoier Straße, sowie eine siebte Klasse des Elisabeth-Gymnasiums.

Angelehnt an ein Gesellschaftsspiel im 19.Jahrhundert „Tableau vivant“, stellten die Kinder bekannte Gemälde mit kostümierten Personen nach. Von der spanischen Leidenschaft Carmens bis zu Händels barockem Tamerlano wurden bei der Auswahl der Stoffe viele Genres bedient. Die Schüler hatten die Qual der Wahl und mussten sich für eine Oper entscheiden. Die buntgemischten Gruppen aus Gymnasiasten und Grundschülern machten sich sofort daran, das Szenenstandbild für ihre jeweilige Oper zu entwerfen. Sie überlegten vom groben Konzept zur Szene über die Darstellerbesetzung bis hin zu den ersten Ideen für die Bühnenbilder, welche Umsetzungen realisierbar sind. Besonders schön war, dass nicht nur die Älteren ihre Schützlinge animierten, sondern auch die Kleinen die Großen mitzogen und motivierten. Miteinander die Welt der Oper zu erkunden, selbstständig ein Konzept zu gestalten und sich dabei kreativ austoben dürfen – das sind Schlüsselelemente, die die Kinder gemeinsam in den drei Projekttagen erfahren haben.  Sei es beim Ausschneiden oder Falten von Papierkleidern, beim Schleifen von Masken, dem Vergolden von Plastikbechern oder Bespannen und Bemalen von übergroßen Leinwänden.


Die Mitarbeiter des KinderKunstForum e.V. standen den Schülern in dieser Zeit unterstützend zur Seite. Die Früchte der dreitägigen Arbeit durften natürlich auch alle Kinder der Grundschule und deren Familien bestaunen. Zu jedem Standbild gab es eine kurze Musiksequenz, in der jede Gruppe eine kleine Szene darstellte, sodass „Lebendige Bilder“ entstanden. Während die Dschungelbuch-Gruppe sich in übergroßen Masken zeigte, stellte eine üppig-dekadente Barockszenerie den Tamerlano dar. Das Carmenstandbild zelebrierte einen hitzigen Stierkampf und bei Merlin zog König Artus das Schwert aus dem Stein.  Viele staunende Blicke und ein Raunen begleiteten das letzte Standbild aus Salomé, bei dem alle Darsteller lediglich aus Papier geschneiderte Kostüme trugen. Zum Abschluss waren die begeisterten Gäste eingeladen, vom selbstkreierten Buffet der Kinder zu probieren.
Die Bürgerstiftung Halle freut sich über die durchweg positive Resonanz und ist sich sicher: Von den Schülern des Elisabeth-Gymnasiums und denen der Grundschule Hanoier Straße werden wir auch weiterhin viel hören und sehen.

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